Entwicklung

Expose_1987-2000
Formen, Strukturen und grafische Kürzel

„Malerei ist die Fortsetzung der Empfindung mit anderen Mitteln.“

Seit meiner Ausbildung an der „Grafischen“ in Wien (Aktzeichnen und Malerei bei Prof. Drach) befasse ich mich neben der Tätigkeit als Art Director auch sehr intensiv mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Bildenden Kunst.

Das Verlangen, meine ureigene Kreativität – ohne Vorgaben von Briefings, Werbezielen und Zielgruppen – auszuleben, und in Form von Misch- techniken Farben, Formen und Strukturen im Spannungsfeld der momentanen Befindlichkeit zu einem einheitlichen Ganzen zu formieren, war und ist mir ständig Triebfeder. Als Trägermedien entdeckte ich vorerst neben Papier auch Molino- und Jute-Leinwand, Sperrholz, Kartons oder Molino-Reste. Durch das Einbinden verschiedenster Materialien suchte ich dem angestrebten Ziel näherzukommen. Es entstanden großflächige Collagen, in welchen ich neben Kreide, Staub- und Acrylfarben u. a. Drahtstäbe als Linien, Spachtelmasse, Putzgitter und Jute-Reste als Flächen bzw. als Struktur-Verstärker einsetzte. Ab 1993 arbeitete ich dann vorwiegend mit den Mitteln der Malerei und der Zeichnung. Mein Interesse galt der Auseinandersetzung mit Bild- und Schriftzeichen antiker bzw. fremder Kulturen, wodurch ich eine eigene Symbol- und Zeichensprache zu entwickeln begann, die bis heute meine Arbeit stark beeinflusst.

Parkschlössl Spittal
Von „Zimmerschloten“ zu „Faulenzern“

Meine Sammelleidenschaft – insbesondere von eigentlichen Wegwerfprodukten – ist Grundstock für die Auseinandersetzung mit dem 3-Dimensionalen. Kartonrollen verschiedenster Größen bilden den Werkstoff. Diese erhalten durch die konzeptionelle Bearbeitung eine neue Wertigkeit, avancieren vom Abfallartikel zum Kunstobjekt.
Im Vordergrund steht die Untersuchung der vorgegebenen Zylinderformen: durch Hinzufügen und Wegnehmen werden neue Oberflächen geschaffen, durch Auftragen von Kartonresten oder Spachtelmasse werden Strukturen erzeugt und durch den Einsatz von Farbe werden ihnen neue Wesenszüge verliehen. So entstehen Bildsäulen („Zimmerschlote“) und Hängeobjekte („Faulenzer“ = Herumhänger) die ich in Form von Rauminstallationen in Szene setzte.

Wolfgang Daborer
Insú – Fotoserie Rom 2006

Seit Anbeginn meiner künstlerischen Tätigkeit setze ich mich mit Formen, Farben und Strukturen auseinander, wobei speziell in den letzten zwei, drei Jahren die Formen immer strenger und konkreter wurden. So auch bei der Foto-Serie „insú – Roma 2006“.
Der Titel „insú“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet hinauf, aufwärts, nach oben. Die Serie ist im Frühjahr 2006 bei einem Rom-Aufenthalt entstanden, als mir beim Durchschlendern der engen Gassen des volkstümlichen Bezirkes Trastevere aufgefallen ist, welch interessante Formenvielfalt sich bietet, wenn man seinen Blick nach oben richtet. Ich habe mich dann darauf konzentriert und die interessantesten Formen mit meiner Digital-Kamera festgehalten. Dabei ist es mir aber nicht darum gegangen, die Architektur zu fotografieren, sondern vielmehr die gebotenen Formen, die der Blick durch die eng aneinander liegenden Dächer geboten hat, möglichst spannend ins Bild zu setzen. Gegenständlichkeit und Farbe waren zweitrangig. Durch eine harte und kontrastreiche Belichtung sind die realen Bildinhalte weit gehend in den Hintergrund gerückt bzw. ganz verschwunden und durch ein Licht-Schatten Spiel entsteht der Eindruck von abstrakten Flächen in hell und dunkel, in schwarz, grau und weiß.

Entwicklung der „DIGIGRAPHIE“

„Computer und moderne Technik prägen unseren Alltag – auch in der Kunst muss es die Auseinandersetzung mit den Neuen Medien geben“.
Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen habe ich ab 2000 an einer neuen Technik gearbeitet, um das Erscheinungsbild der traditionellen Malerei mittels Computer zu verfremden bzw. zu steigern. Dabei steht nicht der Computer als Medium im Vordergrund, sondern er dient lediglich als Werkzeug, das als solches eine enorme Vielzahl an Variationsmöglichkeiten eröffnet. Wesentlich aber sind und bleiben die von Hand gemalten bzw. gezeichneten Elemente (Flächen, Strukturen, grafische Kürzel), welche – eingescannt – am Computer in mehreren Ebenen übereinandergelegt werden. Die so entstandenen Kompositionen werden dann in unzähligen Arbeitsschritten in Farbgebung, Kontrast und Tonwert verändert, um schließlich als digitaler Druck (Digigraphie) in seiner endgültigen Form auf Papier gebracht zu werden. Jedes Blatt – entweder als Unikat oder als Print in geringer Stückzahl aufgelegt – erhebt für sich den Anspruch einzigartig zu sein, da es in seiner Art kein zweites Mal erreicht werden kann.

Digi Tales
digi-tales – Bildobjekte und ihre Entstehung
„Nicht die fertige Creation, sondern vielmehr der künstlerische Schaffensakt ist das eigentliche Kunstwerk.“
Unter dem Titel „digi-tales“ (engl.: digitale Erzählungen) fasse ich die Arbeit rund um meine neuen „CD-ARTs“ zusammen. Es sind dies Kunstobjekte, die nicht nur an der Wand wirken, sondern auch Aufschluss über ihren künstlerischen Erschaffungsprozess geben sollen.
Im Vordergrund stehen auch hier Malerei und Zeichnung. Als Trägermedium dient mir jedoch nicht Papier oder Leinwand, sondern eine Compact Disk. Der Gestaltungsvorgang wird mitgeschnitten und als digitales Movie eben auf diese CD gebrannt. Dadurch wird die CD-ROM zur „CD-ART“. Als Objekt hängt sie an der Wand; doch in den Computer geschoben, berichtet sie von ihrer Entstehung, und bietet dem Betrachter Einblick in meine schöpferische Arbeitsweise.
Wolfgang Daborer Reihe Insu
insú – Malerei

Die Formensprache der Fotoserie „insú – Roma 2006“ hat mich inspiriert, diese auch malerisch und in Farbe abzubilden. Entstanden sind dazu großflächige Mischtechniken auf Leinwand. Beginnend mit einem vielschichtigen Untergrund aus gemalten Flächen und gezeichneten Linien, habe ich diese anschließend partiell mit dunkleren, lasierenden Schattenflächen abgedeckt. Die Formgebung ist dabei wesentlich strenger und reduzierter als bei den Fotografien.

Wolfgang Daborer Reihe London Feed
London Feet

Die Fotografie gehört längst zu einem fixen Bestandteil meines künstlerischen Interesses und Schaffens. Die Idee zu dieser Serie entstand bei einer London-Reise 2013. Die Kamera gegen den Boden gerichtet – vorbeigehende, wartende Beine und Füße in unterschiedlichsten Positionen, Beinkleidern und Schuhen erspähen und spannend ins Bild setzen – war das Ziel. Die stark kontrastierte Belichtung ist auch hier ganz bewusst eingesetzt und dient mir als Ausdrucksform. Zur Präsentation werden diese Fotografien aber nicht an die Wand gehängt, sondern – teils mit, teils ohne Sockel – auf dem Boden aufgelegt.

Wolfgang Daborer Reihe Totem Mania
Totem-Mania

Dreidimensionalität begleitet mein Werk seit vielen Jahren. Die themenmäßige Kombination aus Objekten und Zeichnung/Malerei interessiert mich am meisten. Dabei ist es die „Vice Versa Inspiration“ von den gemalten bzw. gezeichneten Formen zur Umsetzung von Objekten und umgekehrt, die mich fasziniert und den Arbeitsprozess leitet und vorantreibt. Eine Idee beflügelt eine nächste, eine Ausdrucksform führt zur anderen. So entstand 2021 mein Werk-Zyklus „Totem“: eine aus XPS geschnittene und farbig gestaltete Stele war Ausgangspunkt zu mehreren Zeichnungen, diese wiederum führten zu größeren Arbeiten auf Leinwand und Forex-Tafeln. Schlussendlich waren es wiederum 3-dimensionale Totem-Stelen die daraufhin entstanden. Spannend im Raum inszeniert bieten sie eine besondere Ausstrahlung in jeder Ausstellung.

Kiwa-Kids
KIWA-KIDS – Das KIWANIS-Spiel!

Als Mitglied des KIWANIS Clubs Spittal/Drau habe ich im Herbst 2001 ein Kartenspiel für Kinder entwickelt und dem KIWANIS Club zur Vermarktung überlassen. Das Spiel kommuniziert einerseits die ethischen und moralischen KIWANIS-Grundsätze wie Toleranz, Hilfsbereitschaft und Freundschaft – aber auch das KIWANIS-Motto „Wir bauen den Kindern eine Brücke in die Zukunft“ wird transportiert. Der Reinerlös aus dem Verkauf der Spiele wird einem caritativen Zweck zugeführt.

Das Spiel:

„KIWA-KIDS“ ist ein Kinder-Kartenspiel (60 Karten, 6 Joker) für 2 – 6 Spieler ab 3 Jahre und bietet 4 lustige, pädagogisch wertvolle Spiel-Varianten. Neben einer außergewöhnlichen Kartenform, die speziell für kleine Hände leichter fächerbar ist, fördert es durch die Verwendung der Grundfarben und einer einfachen Bildsprache, das Erlernen von Farben sowie das Erkennen und Zuordnen von Symbolen. Die zugrundeliegende Spielidee vermittelt außerdem eine tolerante Haltung für ein friedliches und anti-rassistisches Miteinander aller Menschen – egal welcher Hautfarbe oder Konfession.

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